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Die schönsten Kiesstrände des Mittelmeers

Kiesstrände haben einen schlechten Ruf, der auf einem Missverständnis basiert: Kies brennt sich nicht in Sonnencreme, klebt nicht an Handtüchern und bringt kein Sand mit ins Hotel. Das Wasser vor Kiesstränden ist in der Regel klarer als vor Sandstränden, weil kein aufgewirbelter Sand die Sicht trübt. Das Adriatische Meer, die Ligurien-Küste und die albanische Ionische Küste bieten einige der schönsten weißen Kiesstrände der Welt.

1. Stiniva Bay, Vis, Kroatien

Stiniva ist ein weißer Kiesstrand in einer Schlucht, umgeben von hohen Kalksteinklippen. Der Kontrast zwischen weißem Kies, türkisfarbenem Adria-Wasser und grauen Felswänden ist außergewöhnlich. Kein touristischer Massenandrang wegen des beschwerlichen Zugangs. Das Wasser ist so klar, dass man Fische in drei Metern Tiefe sehen kann.

2. Cefalu Beach, Sizilien, Italien

Cefalu ist ein sizilianischer Küstenstrand: weißer Kies, türkisfarbenes Tyrrhenisches Meer, ein normannischer Dom aus dem 12. Jahrhundert als Hintergrundkulisse. Cefalu verbindet das beste süditalienische Stadtambiente mit einem gut gepflegten Stadtstand.

3. Ksamil, Albanien

Ksamil hat weißen Kiesstrand und türkisfarbenes ionisches Wasser. Das Besondere: kleine Inseln vor dem Strand, zu denen man hinschwimmen kann. Das Wasser ist im Juli 25 Grad, sehr klar, ohne den Trübungseffekt sandiger Strände.

4. Sveti Stefan, Montenegro

Der Kiesstrand von Sveti Stefan besteht aus rosafarbenem Kies (zermahlenene Korallen): ein rosafarbener Anblick, der in der mediterranen Strandwelt ungewöhnlich ist. Zwei Strandabschnitte flankieren die Inselanlage.

5. Giardini Naxos, Sizilien, Italien

Giardini Naxos ist der Hauptstrand der Taormina-Region: langer Kiesstrand vor dem Ätna-Panorama. Dunkler Kies (von Vulkangestein) vor türkisblauem Ionischen Meer. Der Ätna im Hintergrund bei Morgenlicht ist ein Strandmoment, den Sand nicht ersetzen kann.

6. Dubrovnik Old Town Beaches, Kroatien

Die Kiesstrände in unmittelbarer Nähe der Stadtmauern Dubrovniks — Buza Beach, Banje Beach — haben eine Kulisse, die keinen weißen Sand braucht: byzantinische Architektur und das tiefblaue Adriatische Meer. Das Wasser ist 24 bis 26 Grad im August.

7. Pebble Beach, Budva, Montenegro

Die Kiesbuchten südlich von Budva (Ričardova Glava, Žukotrlica) sind weniger bekannt als die Sandstrände: weißer Kalkstein-Kies, klares Wasser, bewaldete Klippen. Das Adriawasser ist hier so klar, dass Schnorcheln auch ohne Riff lohnend ist.

8. Gjipe Beach, Albanien

Gjipe ist ein weißer Kiesstrand zwischen zwei Kalksteinklippen-Wänden, erreichbar nur über eine 45-Minuten-Wanderung durch eine Schlucht. Null Infrastruktur, null Massentourismus, komplett klar türkisfarbenes ionisches Wasser.

9. Vernazza Beach, Cinque Terre, Ligurien, Italien

Vernazza hat einen kleinen Hafenstrand: dunkler Kies, Fischerboote, Pastell-Häuserfassaden rund um den Naturhafen. Ein Kiestrand, der kein klassisches Strandambiente ergibt, aber eines der schönsten Küstenerlebnisse Italiens.

10. Plage de Calanque d'En Vau, Cassis, Frankreich

Die Calanques bei Cassis sind Kalkstein-Fjorde: weiße Kalksteinklippen, tiefblaues Mittelmeer, weißer Kies in den engen Buchten. En Vau ist die eindrücklichste Calanque und nur über einen mehrstündigen Wanderweg oder per Boot erreichbar. Das Wasser ist klar bis auf den Grund, auch in fünf Metern Tiefe.

Vorzüge von Kiesständen

Kies heizt sich weniger auf als Sand (geringere Wärmekapazität). Kies ist sauberer zu verlassen (haftet nicht an nasser Haut). Das Wasser vor Kiesstränden ist durch die fehlendem Sandaufwirbelung klarer, was Schnorcheln verbessert. Der Nachteil: ohne Badelatschen ist das Gehen über groben Kies für viele Menschen unangenehm.

Kiesstrände der Adria: Besonderheiten

Die Adria ist ein flaches, halbgeschlossenes Binnenmeer ohne nennenswerte Gezeiten und mit hoher Wasserklarheit. Kalkstein ist das Hauptgestein der Dinarischen Alpen und der dalmatinischen Inseln; Erosion erzeugt weißen Kies statt Sand. Das Ergebnis: eine Küste, die anders als die Sandwüsten anderer touristischer Küsten ist. Dalmatinische Kiesstrände sind oft kleiner und stiller als Sandstrände, weil kein Massentourismus auf großen freien Sandflächen Platz hat. Kiesbuchten haben ein natürliches Kapazitätslimit.

Schnorcheln vor dalmatinischen Kiesstränden: die Kombination aus klarem Wasser, Kies (kein Sandaufwirbeln durch Besucher) und Felsformationen darunter ergibt oft interessante Schnorchelzonen — mit Tintenfischen, Seeigeln, Fischgruppen, auch ohne formale Riffstruktur.

Kies in der Bretagne und an der Normandie

Nordfrankreich und Bretagne haben ebenfalls charakteristische Kiesstrände: das Gestein ist hier Granit und Quarzit statt Kalkstein; der Kies ist grauer, der Charakter wilder als im Mittelmeer. Atlantikwellen auf einer Kiesküste erzeugen ein akustisches Erlebnis, das einen mediterranen Sandstrand nie bietet: das rollende Geräusch des Kieses unter jeder Welle ist ein spezifisches Merkmal atlantischer Kiesstrände.

Auf der Karte erkunden

Alle Kiesstrand-Destinationen des Mittelmeers sind auf der interaktiven Karte eingetragen. Der Mittelmeer-Filter zeigt die Konzentration in der Adria und am Tyrrhenischen Meer.