Die 10 schönsten Strände in Großbritannien
Großbritannien ist keine klassische Strandnation im mediterranen Sinne, und doch besitzt die Insel eine Küstenlinie von über 17.000 Kilometern, die zu den abwechslungsreichsten Europas zählt. Sturmgepeitschte Atlantikbuchten in Cornwall, karibisch wirkende Dünenlandschaften in den schottischen Highlands, silberfarbene Schieferstrände in Wales, weite Sandebenen in East Yorkshire – wer Großbritanniens Küsten kennt, bereut den Verzicht auf Sonnencreme nicht. Die Temperaturen bleiben kühler als im Süden, aber Licht, Landschaft und Einsamkeit entschädigen vollständig.
1. Blackpool Sands, Devon
Trotz des Namens liegt Blackpool Sands weit entfernt vom gleichnamigen nordenglischen Badeort – dieses Blackpool befindet sich in der Nähe von Dartmouth in Süddevon. Die Bucht ist fast vollständig von Kiefern- und Laubholzwäldern umrahmt, der Strand selbst aus grobem Quarz und glatt poliertem Kies zusammengesetzt. Das Wasser gilt als eines der saubersten der englischen Südküste und trägt seit Jahren die Blaue Flagge. Familien schätzen die ruhige Atmosphäre; die Bucht liegt in Privatbesitz und erhebt Parkgebühren, was den Massenandrang begrenzt.
2. Pentireglaze Haven, Cornwall
Pentireglaze Haven – auch New Polzeath genannt – liegt an der Nordküste Cornwalls nahe dem Fischerdorf Port Quin. Der breite Sandboden erstreckt sich bei Ebbe über 300 Meter, ideal für Surfer aller Stufen. Das Hinterland gehört dem National Trust, was Bebauung verhindert. In der Nähe liegt der Küstenpfad South West Coast Path; ein mehrtägiger Abschnitt zwischen Padstow und Boscastle gehört zu den beliebtesten Wanderrouten Englands. Die Saison läuft von Mai bis September; im Winter können Wellenhöhen von zwei bis drei Metern erreicht werden.
3. Tregardock Beach, Cornwall
Tregardock ist einer der am schwersten zugänglichen Strände Cornwalls und gerade deshalb bei Kennern so beliebt. Der Abstieg vom Klippenweg dauert 20 Minuten und verlangt gute Trittsicherheit. Der Strand selbst ist schmal und von schwarzen Schieferformationen durchzogen; bei Flut verschwindet er nahezu vollständig. Das Timing des Besuchs nach den Gezeitentafeln ist zwingend. Die Lage zwischen Tintagel und Port Isaac bedeutet historische Nachbarschaft: Der legendäre Merlin's Cave liegt wenige Kilometer weiter nördlich.
4. Long Sands, Tynemouth
Long Sands in Tynemouth, direkt nördlich von Newcastle upon Tyne, ist einer der besten Stadtstrandgrande Nordenglands. Die Sandebene dehnt sich bei Ebbe über einen Kilometer aus; Surfschulen, ein Freibad aus den 1930er Jahren und mehrere Cafés machen ihn zum Ganzjahresziel für Einheimische. Im Winter trainieren hier Kaltbadeschwimmer und Wellenreiter, die auf den langen Nordseescwell warten. Die historische Ruine des Tynemouth Priory überblickt das Strand von einem Felsvorsprung aus dem 7. Jahrhundert.
5. Mellon Udrigle Beach, Schottland
Mellon Udrigle liegt im Wester Ross in den nordwestlichen Highlands, etwa 60 Kilometer nördlich von Ullapool. Der Strand besteht aus weißem Muschelkalkssand und türkisblauem Wasser – Bilder, die an die Karibik erinnern, wenn man die Temperatur außer Acht lässt. Im Hintergrund erheben sich die isolierten Berge Beinn Ghobhlach und An Teallach. Das Wasser bleibt das ganze Jahr unter 15 Grad; Neoprenanzüge sind empfohlen. Der nächste größere Ort ist Gairloch, 25 Kilometer südlich. Im Juni und Juli bieten die langen Abende fast 18 Stunden Tageslicht.
6. Whitesand Bay, Pembrokeshire
Whitesand Bay liegt am äußersten Südwesten von Wales, unweit von St Davids, der kleinsten Kathedralstadt Großbritanniens. Der zwei Kilometer lange Sandstrand ist ein Hauptanziehungspunkt für Surfer und genießt im Sommer Wassertemperaturen von bis zu 18 Grad. Das Pembrokeshire Coast National Park schützt die umgebende Landschaft. Der Küstenwanderweg Pembrokeshire Coast Path passiert direkt oberhalb; die Strecke von St Davids Head nach Whitesand ist als kurze Halbtageswanderung möglich.
7. Barafundle Bay, Pembrokeshire
Barafundle Bay gilt weithin als einer der schönsten Strände Wales' und ist nur über einen 20-minütigen Fußweg durch Pinienwälder und über Klippen erreichbar – keine Straße, kein Parkplatz direkt am Strand. Der feine goldene Sand und das klare Wasser werden vom National Trust geschützt. Die Bucht ist bei Ebbe mittelgroß und bietet Schnorchelgründe zwischen den Felsen an beiden Enden. Die beste Zeit ist Mai bis Juni, bevor die Hochsaison einsetzt.
8. Kynance Cove, Cornwall
Kynance Cove an der Lizard-Halbinsel, dem südlichsten Punkt Großbritanniens, ist für seine wild zerklüfteten Serpentinfelsen bekannt – ein dunkelgrün geädertes Gestein, das durch die Brandung zu skulpturalen Formen geformt wurde. Das Wasser schimmert bei ruhiger See grünblau. Die Nationalpark-Parkplätze sind begrenzt; frühe Ankunft lohnt sich. Bei Flut verkleinert sich der Strand erheblich, und die Felsbögen zwischen den Inseln sind nur bei Ebbe zugänglich.
9. Filey Bay, North Yorkshire
Filey Bay erstreckt sich über mehr als sieben Kilometer zwischen Filey Brigg im Norden und Speeton Cliffs im Süden. Der feste Sandstrand ist ideal für Kinder, Kitesurfer und Reiter – Pferde am Strand sind in Filey eine Tradition. Die Strandpromenade des Edwardian-Seebades Filey wirkt fast museumshaft erhalten; keine Spielhallen, keine Fastfoodketten. Die Nordseegezeiten legen riesige Tidepools frei, in denen Krabben, Seesterne und Napfschnecken zu finden sind.
10. Camber Sands, East Sussex
Camber Sands sind die ausgedehntesten Dünen der englischen Südostküste – fast fünf Kilometer Sandstrand, hinter dem sich Dünen von bis zu acht Metern Höhe erheben. Das flache Wasser ist für Kinder sicher und erwärmt sich im Juli und August auf 18 bis 20 Grad. Camber liegt zehn Kilometer östlich von Rye, einer der am besten erhaltenen Mittelaltersstädte Englands. Kitesurfer und Windsurfer kommen wegen der zuverlässigen Kanalwinde. Das Parken ist kostenpflichtig und limitiert; Besucher aus London reisen oft mit dem Bus über Rye an.
Alle britischen Strände auf der Karte entdecken
Großbritanniens Küstenvielfalt lässt sich schwer in zehn Einträge fassen. Unzählige weitere Buchten, Sandbänke und Felsstrände warten auf Entdeckung – von den Orkney-Inseln bis zur Isle of Wight. Wer plant, eine britische Küstenreise zu unternehmen, findet auf Zur Karte eine vollständige interaktive Übersicht aller erfassten Strände, filterbar nach Region, Strandtyp und Zugänglichkeit.